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Die wichtigsten Methoden des agilen Projektmanagements

Michael Wegge

Gründer und Geschäftsführer der RUHR PM GmbH

Die wichtigsten Methoden des agilen Projektmanagements

Um das agile Projektmanagement sicher zum Erfolg zu führen, ist die Auswahl der richtigen Methode entscheidend. Was die passende Methode ist, hängt von vielen Faktoren ab.

Um die Vorteile des agilen Projektmanagements gut nutzen zu können, ist es wichtig, sich bei der Planung des Projekts für die geeignete Methode zu entscheiden. Welche Vorgehensweise die richtige ist, ergibt sich häufig erst nach eingehender Betrachtung im Einzelfall.

Zu den beliebtesten – und daher im agilen Projektmanagement am häufigsten verwendeten – Methoden gehören vor allem:


Kanban

Ursprünglich in Japan für Toyota entwickelt, ist Kanban heute eine der beliebtesten Methoden im agilen Projektmanagement. Die Stärke von Kanban liegt in der Visualisierung. Die Informationen werden bildhaft vermittelt. Unser Gehirn kann die Bilder 60.000 Mal schneller verarbeiten als die Worte. Dies erleichtert die Kommunikation und verbessert das Verständnis.

Zu den wichtigsten Vorteilen von Kanban gehören:

Die Verständlichkeit als Grundlage

Die Kommunikation über Bilder und Grafiken macht es für jedes Teammitglied einfach, die Inhalte zu verstehen, sowohl über Sprachgrenzen wie auch über Berufsbranchen hinweg. Somit können vielseitige Teams an komplexen Projekten leicht zusammenarbeiten.

Die Verbesserung als Ziel

Mit Kanban ist jedes Teammitglied dazu angehalten, an einer kontinuierlichen Verbesserung zu arbeiten. Durch das visuelle System ist das Überprüfen von einzelnen Prozessen schnell und effizient. Dies verringert die Projektlaufzeit und erhöht die Qualität.

Die hohe Reaktionsgeschwindigkeit durch ein Just-in-Time-Vorgehen

Der Zweck von Kanban war es, in der Automobilindustrie den Lagerbestand besser auf die Nachfrage abzustimmen, um hohe Lagerkosten zu vermeiden. Dies wurde später als „Just-in-Time-Lieferung“ etabliert. Im Projektmanagement bedeutet diese Vorgehensweise, dass einzelne Prozesse zur exakt richtigen Zeit, also dann, wenn alle notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind, gestartet werden. Damit können die Projekte flexibel gesteuert werden, um optimal auf die Kundenvorgaben – oder die Anforderungen des Marktes – zu reagieren.

Die zielorientierte Zusammenarbeit als Gegensatz zu Multitasking

Mit Kaniban können die Teams die Anzahl der laufenden Aufgaben als "WIP" – „Work-in-Process“ – stark beschränken. Damit wird die fortwährende Ablenkung, die bei Multitasking entsteht, sicher vermieden. Die Teams arbeiten intensiv und konzentriert an einem gemeinsamen Ziel und können deshalb die einzelnen Arbeitsschritte schneller zum Abschluss bringen.


Scrum

Scrum ist bestens auf die Produktentwicklung und das Aufgaben-Management abgestellt. Die zu erledigenden Arbeitsschritte werden im Backlog klar und übersichtlich nach Prioritäten geordnet und in Sprints abgearbeitet.

Zu den Hauptvorteilen von Scrum gehören:

Die hohe Motivation als Treibkraft

Bei der Arbeit mit Scrum hat jedes Teammitglied die Ergebnisse seiner Arbeit sofort vor Augen. Dies motiviert jeden Mitarbeiter zu besonderer Kreativität und gesteigerter Leistung.

Die Einbindung des Kunden als Qualitätskontrolle

Scrum macht es möglich, jeden abgeschlossenen Arbeitsschritt dem Kunden vorzulegen. Dadurch kann der Kunde den Fortschritt sehen und sofort seinen Feedback geben. Damit wird stets sichergestellt, dass jeder Projektschritt exakt den Kundenwünschen entspricht oder aber den geänderten Vorgaben des Kunden schnell angepasst werden kann.

Die geringen Entwicklungskosten als Investitionsmotivator

Mit Scrum ist es einfach, Schritte zu überspringen, die für das Endprodukt nicht relevant sind. Somit kann die Entwicklung des Produkts bedeutend beschleunigt werden. Dies wiederum erhöht die Effizienz und reduziert die Entwicklungskosten. Neue Ideen können preiswert umgesetzt und direkt am Markt getestet werden.


Scrumban

Scrumban entstand aus der Kombination aus Scrum und Kanban. Die Idee dahinter ist es, die Vorzüge beider Methoden zu vereinen. Diese hybride Methode ist für agile Projekte gedacht, die häufig unterbrochen werden müssen.

Zu den Vorzügen von Scrumban gehören:

Längere Zeiten zur Fertigstellung der Aufgaben

Mit Scumban sind laufende Aufgaben (Work in Progress) zeitlich nicht beschränkt. Auf diese Weise können einzelne Prozesse zurückgestellt werden, um dann später leicht wieder aufgenommen zu werden.

Gleichzeitige Bearbeitung mehrerer Arbeitsschritte

In Scrum wird jeder Arbeitsabschnitt in eine Liste von Teilaufgaben aufgeteilt, die erst abgeschlossen werden müssen, bevor das Team sich dem nächsten Schritt widmen kann. Bei Scrumban ist es den Teammitgliedern möglich, gleichzeitig an verschiedenen Phasen des Projekts zu arbeiten. Die Zuordnung der Aufgaben – wie auch deren Fortschritt – werden in der Übersicht klar aufgezeigt.

Viel Raum für Verbesserungsvorschläge

Auch in Scrumban wird großer Wert auf die kontinuierliche Verbesserung gelegt. Dies bedeutet hier, dass Probleme oder Hindernisse, die von Teammitgliedern aufgezeigt werden, in kürzester Zeit durch Brainstorming von allen Beteiligten gelöst werden können.

Zeitersparnis durch Meetings nach Bedarf

Scrumban nutzt ein Planning-On-Demand-Vorgehen, in dem Meetings erst dann abgehalten werden, wenn tatsächlich eine gemeinsame Planung erforderlich ist. Das verschafft mehr Zeit für die ergebnisorientierte Projektarbeit.

Schnelle Entscheidungsfindung zur richtigen Zeit

Scrumban macht es einfach, die Aufgaben sofort zu erledigen, die dringend abgeschlossen werden müssen. Somit wird – beispielsweise – auf Kundenanfragen rasch reagiert und die gewünschten Änderungen werden sofort umgesetzt.


Fazit

Dies sind nur einige Beispiele der Methoden für das agile Projektmanagement. Die Auswahl an Methoden ist vielfältig. Um die richtige Vorgehensweise zu finden, ist es sehr ratsam, sich für einen erfahrenen und kompetenten Partner zu entscheiden, der sein Wissen mit Ihnen teilt und Ihr Projekt somit zum Erfolg führt.

 


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