Das magische Dreieck des Projektmanagements
In unserem Beispiel haben wir folgende Kosten vorliegen:
- Das Budget (rot) beträgt 650 T€. Es ist nicht ausgeplant und daher als Obergrenze dargestellt.
- Die Planzahlen (blau) sind pro Iteration (1..10) geplant und kumuliert dargestellt.
- Die Ist-Zahlen (dunkelgrün) liegen pro Iteration vor und sind kumuliert eingetragen.
- Der Forecast (hellgrün) wurde angepasst und für die Restlaufzeit kumuliert dargestellt.
- Der Fertigstellungswert (gelb).
Wie erhalte ich den Fertigstellungswert?
Um die Earned Value Methode anzuwenden, benötigen wir den Fertigstellungswert (den Earned Value als Betrag).
In der Fachliteratur werden unterschiedliche Methoden beschrieben. Für unser einfaches Beispiel nehmen wir den prozentualen Fortschritt aus dem Projektplan und multiplizieren ihn mit dem Projektbudget. Das sollte in Projekten mit klassischer Umsetzung machbar sein.
In Projekten mit agiler Umsetzung kannst Du Dir den Projektfortschritt aus dem Burn Up Diagramm holen und prozentual den Fertigstellungswert berechnen.
Die Agilisten unter Euch werden jetzt sagen: „Wie kann er es wagen, Story Points in Euro umzurechnen!“. Zugegeben, das ist eine sehr einfache Methode. Voraussetzung ist die Pflege des Burn Ups oder des Business Value.
FAQ zum Earned Value Management
Was ist Earned Value Management?
Earned Value Management (EVM), auch bekannt als Fertigstellungswert-Methode, verknüpft das magische Dreieck des Projektmanagements (Termine, Budget und Scope) in einem integrierten Kontrollrahmen. Es misst systematisch, wie viel vom geplanten Budget (Planned Value) tatsächlich im Verhältnis zum Fertigstellungswert (Earned Value) und den Ist-Kosten erreicht wurde.
Welche Voraussetzungen muss ein Projekt erfüllen, damit ich EVM anwenden kann?
Dein Projekt braucht ein Gesamtbudget und eine iterative Kostenplanung – idealerweise monatlich. Du musst in jeder Periode die Ist-Kosten erfassen, den Forecast bei Bedarf anpassen und den aktuellen Fertigstellungswert ermitteln. Ohne diese Datenbasis lässt sich keine Earned Value Analyse durchführen.
Wie berechne ich den Fertigstellungswert (Earned Value) in klassischen und agilen Projekten?
Im klassischen Projekt ist die einfachste Methode, indem du den prozentualen Fortschritt laut Projektplan und multiplizierst ihn mit dem Budget. In agilen Projekten kannst du das Burn‑Up‑Diagramm oder den Business Value nutzen, um den prozentualen Fortschritt ebenfalls in Euro umzurechnen. Wenn du die Methode in deinen Projekten einsetzt, lassen sich die Berechnungen noch optimieren. Wichtig ist nur, dass du dieses wichtige Steuerungsinstrument nutzt.
Wie ermittle ich CPI und SPI und was sagen sie mir konkret über mein Projekt?
Der Cost Performance Index (CPI) berechnet sich aus Fertigstellungswert (EV) und den Ist‑Kosten (AC). Er zeigt, wie effizient du beim Geldausgeben bist. Der Schedule Performance Index (SPI) bildet das Verhältnis von EV zu den aktuellen Plankosten (PV) und bewertet die termingerechte Umsetzung.
Wie kannst du mit EVM verlässliche Prognosen zu Kosten und Laufzeit erstellen?
Für die Kostenprognose nutzt du den CPI, um auf Basis des Forecasts den zu erwartenden Budgetverbrauch zu berechnen. Zur Prognose des Zieltermins für das Projekt nutzt du SPI in Kombination mit der verbleibenden Dauer des Projektes.
Wie kannst du EVM in der Berichterstattung an den Auftraggeber nutzen?
Die einfache Darstellung des EV-Diagramms verstehen die Auftraggeber, die in der Regel mit Unternehmenszahlen umgehen, sehr schnell. Diese Form der zahlenbasierten Berichterstattung ist viel eingänglicher und wirkungsvoller, als die Projektsituation nur mit Worten zu beschreiben. Gleichzeitig zeigst du deine Kompetenz im Projektmanagement.