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Spotify – mehr als nur Musik für agile Unternehmen

Spotify als agiles Framework

Agiles Arbeiten ist in aller Munde und immer mehr Unternehmen entdecken Agilität für sich. Doch wie bleibe ich agil, wenn meine Mitarbeiter eine kritische Masse erreicht haben und meine Teams verstreut sind?

Ein ambitioniertes Start Up wird im Jahr 2006 gegründet und verzeichnet bereits heute knapp 300 Millionen Nutzer ihrer Dienstleistung. Darüber hinaus ist das Unternehmen so rasant gewachsen, dass es mittlerweile knapp 4.500 Mitarbeiter zählt. Der Onlinedienst ist in insgesamt 92 Ländern verfügbar.

Bei diesem Start Up handelt es sich um Spotify, einem schwedischen Unternehmen, das heute auf dem Musikmarkt durch sein Streaming-Angebot weltweit bekannt ist.

Doch wie konnte solch ein rasantes Wachstum gestemmt werden? Wie wurde die Übersicht während der Transformation vom Start Up zum großen Konzern beibehalten?

Die Antwort:  Das Spotify Modell


Willkommen zum kontrollierten Chaos.

Katarina Berg, Spotify Chief HR Officer

Beim Spotify Modell handelt es sich um ein agiles Framework, welches sich durch seine gute Skalierbarkeit und Segmentierung von essenziellen Aufgaben, sogenannte Missions, auszeichnet.

Das Spotify Modell besteht aus vier Kernelementen und ist einfach erklärt, jedoch schwierig zu meistern.


Squads – Das Team auf einer Mission

Ein Squad ist mit einem Scrum Team vergleichbar, denn es ist autonom. Die Squads stellen Mini-Start-Ups dar, die spezifische Herausforderungen in Angriff nehmen. Durch ein multidisziplinäres Team ist das Squad mit allem Wissen und den Kompetenzen ausgestattet sein, die für die Entwicklung des jeweiligen Produktes oder der Dienstleistung benötigt werden.

Von den ersten Rohskizzen bis hin zur Fertigstellung. Bei Spotify wird für jedes Squad eine langfristige Mission definiert, dabei handelt es sich um eine zentrale Aufgabe. Zum Beispiel  ist ein Squad beim Streamingdienst für die Suchfunktion verantwortlich, ein anderes wiederum für das Layout der App.

Die Squads verfügen über keinen Teamleiter, wohl aber wird ein Product Owner angewiesen. Dieser gibt Prioritäten für die Arbeiten vor, die das Team zu erledigen hat. Wie es sich organisiert und arbeitet, entscheidet das Team selbst.


Tribes – Stärke in der Gemeinschaft

Bei einem Tribe handelt es sich um eine Gruppe von Squads, die am gleichen Produkt oder der gleichen Dienstleistung bzw. miteinander in Verbindung stehenden Produkten oder Dienstleistungen arbeiten.

Einen Tribe kann man als eine Art Inkubator mit einer gewissen Freiheit und Autonomie sehen, der aus mehreren Mini-Start-Ups besteht. Jeder Tribe hat einen Leiter, dem die Aufgabe obliegt, eine optimale Arbeitsumgebung für die Squads zu schaffen.

Zu einem Tribe zählen oft nicht mehr als 100 Personen. Der Grund für diese Obergrenze von Tribes: Menschen sind in der Regel nicht in der Lage mehr als 100 soziale Beziehungen aufzubauen und zu pflegen.

Dennoch stellt Vernetzung und Wissenstransfer eine essenzielle Säule des Erfolgs dar. Daher finden regelmäßig Meetings der verschiedenen Tribes statt, in denen über Fortschritte und aktuelle Themen berichtet wird.


Chapter – Experten unter sich

Ein Chapter besteht aus Mitgliedern der Tribes, die über dieselbe Expertise verfügen. So kann ein Chapter zum Beispiel aus Webentwicklern bestehen.

Unter der Leitung einer Chapter-Führung, die selbst auch zu einem Squad gehört, kommt es zum regelmäßigen Austausch zwischen den Mitgliedern.

Sie teilen einander mit, welche Erfahrungen sie gemacht und welches Wissen sie erworben haben. Außerdem besprechen sie, mit welchen Herausforderungen bezüglich ihres Fachgebietes sie sich konfrontiert sehen.

Die Chapter-Leitung ist zudem dafür zuständig Mitarbeiter in ihrer Entwicklung zu begleiteten, sie bei der Aneignung neuer Kompetenzen zu unterstützten und ihnen bei der Bestimmung eines angemessenen Gehaltsniveaus beiseite zu stehen.


Guilds – Übersicht durch Austausch

Bei einer Guild handelt es sich um eine Gruppe von Mitarbeitern mit demselben Fachwissen oder den gleichen Interessen. Guilds beschränken sich nicht auf einen Tribe, sondern beziehen die gesamte Organisation mit ein. Im Gegensatz zu den Chaptern ist für eine Mitgliedschaft keine spezielle Expertise erforderlich und sie erfolgt auf Freiwilligkeit.

Ziel der Guilds ist es einen breiten, fachlichen Austausch unter den Mitarbeitern zu fördern und somit durch die Streuung von Erfahrungen und Wissen die Organisation als Ganzes zu unterstützen und sie zu verbessern.


Was aber, wenn es kritische Abhängigkeiten zwischen den Squads aus verschiedenen Tribes gibt? Wie können autonome Teams gemeinsam auf ein großes Ziel hinarbeiten? Ein Team ohne Führung, kann das funktionieren?

Auf diese und andere Fragen geben Stefan Wozny und ich Antworten in unserem PM-Nugget #16 am 09.10.2020.


Lass uns jetzt in den Austausch kommen, schreib mir eine kurze Mail!

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